Frauenwirtschaftstag Heilbronn 2016 – Rückblick

Achtsam und stark – Erfolgreich im Beruf

Wieder ein voller Erfolg: 120 Frauen kamen zum Heilbronner Frauenwirtschaftstag 2016 am  15. Oktober

Sie hat keine Präsentation mitgebracht. Sie outet sich als Morgenmuffel. Und dann redet sich Manuela Rukavina, Vorsitzende des baden-württembergischen Landesfrauenrats, in dezent-charmantem Schwäbisch warm an ihrem Thema „Mein Stress und ich – eine Liebesbeziehung?“. Der Impulsvortrag zu Beginn der Frauenwirtschaftstage (FWT) Heilbronn ist eine Einladung, „Stress“ als Antrieb zur eigenen Entwicklung zu begreifen. Vorarbeit für diese Positiv-Sicht: Die Ansprüche an sich selbst und das eigene Wertesystem überprüfen und Rollen, die einem nicht guttun, über Bord werfen. Rukavinas Bild von der Sauerstoffmaske, die im Notfall im Flugzeug von der Decke fällt, bleibt den rund 120 Teilnehmerinnen der Frauenwirtschaftstage in Heilbronn im Kopf. Vor allem wegen der Aufforderung, sie selbst zu nutzen – und nicht zuerst den Sitznachbarn retten zu wollen. Wie eine Zusammenfassung des Seminartags stellte Rukavina die Erkenntnis in den Raum „Wer sich die Welt schöner redet, als sie ist, lebt gesünder“. Das stärke die psychische Widerstandsfähigkeit. Resilienz heißt das in der Sprache der Psychologie.

In unterschiedlicher Aufmachung tauchte der Begriff in den fünf Workshops auf, die unter der Überschrift standen „Achtsam und stark – Erfolgreich im Beruf“. In den komfortabel ausgestatteten Räumen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn auf dem Bildungscampus nutzten Frauen aller Altersgruppen die Gelegenheit, sich „mit dem Wichtigsten, was es gibt, zu befassen – mit sich selbst“. So drückte es Professorin Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn, in ihrer Begrüßung als Gastgeberin aus.

 Die Teilnehmerinnen fühlten sich wohl in der anregenden Seminaratmosphäre oder beim Netzwerken in der Mittagspause, in der wieder der Türkische Frauenverein sein köstliches Büffet servierte. Das Thema „Achtsamkeit“ sprach viele Frauen an –  denn es spielt in der Berufs- und Alltagswelt der Teilnehmerinnen eine große Rolle und wird in den Workshops thematisiert: So will Elke Maier, Schwerbehindertenbeauftragte in einem großen Unternehmen, Übungen an ihre Klienten weitergeben, die sie von Physiotherapeutin Marion Neubauer lernte. Im Seminarraum war Bewegung. Kniebeugen zum Frustabbau, Entspannung beim Mobilisieren der Brustwirbelsäule oder das bewusste Gehen und Atmen machten den Teilnehmerinnen sichtlich Spaß.

Angelina Haug, psychologische Beraterin, ließ die Frauen erarbeiten, wie sie „Meisterin ihres Alltags“ werden – mit Meditation, Bildern und Partnerinterviews spürten sie so genannte Mottoziele für ihr Leben auf, die sie im Alltag erinnern sollen: „Das Hamsterrad ist da, aber ich entscheide, wie ich dazu stehe“. Alltagsverpflichtungen schaute auch Karriereberaterin Brigitte Hermann mit ihrer Gruppe an und gab den Frauen Strategien an die Hand, wie sie ihre eigenen Stärken zutage fördern können. Anhand provozierender Fragen ließ Business Coach Anna-Daniela Pickel ihre Teilnehmerinnen erarbeiten, wie sie von Konflikten profitieren können. Auch „Selbstbewusst und stark auftreten“ mit Elif Polat, systemische Coach, zielte darauf ab, durch (Selbst)beobachtung die eigenen Ressourcen zu heben.

Teilnehmerin Irma Hartwig brachte mit ihrem Fazit auf den Punkt, wie die Frauen vom Seminartag profitierten: Man fühlte sich darin bestärkt, dass es in Ordnung sei, „sich den eigenen Weg gehen zu lassen.“

 

Neben der DHBW Heilbronn gehören die Hochschule Heilbronn, das Haus der Familie, die Agentur für Arbeit, die Frauenbeauftragte der Stadt und das Regionalbüro des Netzwerks für berufliche Fortbildung zu den Macherinnen der Heilbronner Frauenwirtschaftstage. Sie werden, wie alle FWT-Veranstaltungen in Baden-Württemberg, vom Wirtschaftsministerium gefördert.