Hochsensibilität als Bereicherung – Angebote zum Thema Hochsensibilität im Haus der Familie

Ob Hochsensible ihre Sensibilität als positiven Lebensaspekt, als eine besondere Stärke erleben oder als Quelle der Angst und Verunsicherung, wird von Kindheit an durch ihr direktes Umfeld beeinflusst. Damit von Kindheit bis zum Erwachsen sein dieser besondere Wesenszug als Bereicherung erlebt werden kann, bietet die Pädagogin, Soziologin und Mediatorin Eva Schaber im Haus der Familie Heilbronn ganz unterschiedliche Formate für Kinder, Eltern und Erwachsene an.     

Wie aktuell ist das Thema Hochsensibilität?

Eva Schaber: Das Thema Hochsensibilität hat in den letzten Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Das zeigt sich z.B. auch an den steigenden Buchveröffentlichungen zum Thema. Hochsensible Menschen gab es zu jeder Zeit, allerdings haben gesellschaftliche Entwicklungen einer auf das Leistungsprinzip fokussierten Gesellschaft mit ihrem Höher – Schneller – Weiter und nicht zuletzt die Auswirkungen der Corona-Pandemie den Handlungsdruck vieler Eltern hochsensibler Kinder und hochsensibler Erwachsener deutlich erhöht. Viele wissen nicht,‘was mit mir/meinem Kind los ist‘, fühlen sich unter Druck oder erleben ausgeprägten Stress. Die medial steigende Präsenz lenkt die Aufmerksamkeit auf das Thema, und viele Menschen erkennen dann sich bzw. ihr Kind darin.

Was ist überhaupt Hochsensibilität? Wie erkennen Eltern, dass ihre Kinder oder betroffene Erwachsene selbst, dass sie hochsensibel sind?

Eva Schaber: Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das in seiner Ausprägung und Intensität sehr individuell auftritt. Das macht das Thema so komplex und auch spannend. Allen Menschen mit einem hochsensiblen Anteil ist gemeinsam, dass sie über ein Nervensystem verfügen, das sie Reize diverser Art intensiver und detaillierter aufnehmen und im Gehirn verarbeiten lässt, als dies bei Menschen der Fall ist, die über nicht über diesen Wesenszug verfügen. Vor allem in Gruppensituationen spüren Betroffene sehr früh, dass sie anders sind – und auch Eltern nehmen wahr, dass ihr Kind andere Bedürfnisse hat als andere Kinder. Wichtig ist es, seinen hochsensiblen Anteil bzw. den des Kindes gut zu kennen. Denn das ist eine zentrale Voraussetzung dafür, seinen eigenen Alltag gut zu bewältigen – eben hochsensibel gut.

Für welche Zielgruppen eignen sich Ihre Kurse und wie finden Interessierte das für sie passende Angebot?

Eva Schaber: Ich freue mich, dass das Haus der Familie Heilbronn ein breites Angebot bereithält für alle, die sich über das Thema Hochsensibilität informieren und austauschen möchten. Dieses reicht von einem Einführungskurs ins Thema „Bin ich hochsensibel? Ist mein Kind hochsensibel?“ über spezielle Themen wie Kita, Schule und Beruf bis hin zu Gesprächskreisen und Einzelberatungsangeboten.

Was erwartet die Teilnehmer bzw. welche Impulse können diese aus Ihren Kursen mitnehmen?

Eva Schaber: Für die meisten Teilnehmenden ist es eine neue Erfahrung, den eigenen hochsensiblen Anteil, bzw. den des Kindes einmal ganz in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei ist es mir wichtig, neben den zweifellos herausfordernden Aspekten auch auf die stärkenden Potentiale zu schauen, die in der Hochsensibilität auch liegen. Die Teilnehmenden erhalten viele Informationen rund um das Thema und machen die interessante und zugleich entlastende Erfahrung, wie gut der Austausch mit den anderen Teilnehmenden tut. Dabei werden Erfahrungen geteilt, es wird gelacht und gestaunt – denn der hochsensible Wesenszug ermöglicht es eben auch, die Welt schillernder wahrzunehmen.

Eva Schaber ist Pädagogin, Politologin, Soziologin und Gründerin von „Kompass Hochsensibilität“. Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich die 58-jährige mit dem Thema Hochsensibilität und berät Eltern und Erwachsene. Im Haus der Familie Heilbronn bietet Eva Schaber regelmäßig Gesprächskreise, Einzelberatungen und weitere Formate an. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.    

Eva Schaber